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Prada-Stiftung, Ca 'Corner della Regina, Venedig
Ort:ca’ corner della regina, venezia
Projekt:prada spa divisione engineering
Käufer:fondazione prada
Beleuchtungsprojekt:mario nanni
Die Stiftung Fondazione Prada entwirft eine neue Ausstellungsarchitektur für die Cà Corner della Regina in Venedig. Eingeweiht am 31. Mai 2011 anlässlich der 54. Biennale für zeitgenössische Kunst. In der Stadt, in der die Sinne wichtiger sind als Zeit, Eile und Technologie, wird ein historischer Palazzo am Canal Grande wieder für das Publikum geöffnet, um einen Sinnesparcours unserer Zeit anzubieten. Die Cà Corner della Regina gilt als das erste Beispiel venezianischer Architektur, das dominierende nichtbarocke Parameter einführt, auch wenn Elemente der vorherigen Stilepoche verbleiben. Sie wurde von 1724 bis 1728 von Domenico Rossi im Auftrag der Familie Corner aus San Cassiano auf den Ruinen des Palazzo erbaut, in dem Caterina Corner, die spätere Königin von Zypern, geboren wurde, und lehnt sich architektonisch an den Stil der nahen Cà Pesaro von Baldassarre Longhena an, gegenwärtig Sitz der Galleria Internazionale d’Arte Moderna. Das dreistöckige Gebäude, das durch zwei Zwischengeschosse zwischen Erdgeschoss und erstem Stock gekennzeichnet ist, besitzt an der Hauptfassade eine Verkleidung aus istrischem Stein und ist vom Erdgeschoss bis zum Zwischengeschoss bossiert. Von 1975 bis 2010 war es Sitz des Asac, des historischen Archivs für zeitgenössische Kunst der Biennale von Venedig, und nach der umfangreichen konservativen Restaurierung ist es nun wieder geöffnet und zeigt seine Räume im alten Glanz. Die erste Phase des Erhaltungs- und Sicherungsprojekts für die Dekorelemente wurde abgeschlossen, dabei begann man mit den Fresken, Stuckverzierungen und Steinmaterialien, die das Portal und die acht Säle des ersten Hauptgeschosses des Palazzo schmücken. Germano Celant, Direktor der Stiftung und Kurator der Eröffnungseinrichtung des Sitzes in Venedig, bietet eine Polyphonie von Stimmen auf, die die Gesamtheit der von der Fondazione Prada von 1993 bis heute in Mailand, Venedig und an anderen Orten, wie London, realisierten Arbeiten und Ausstellungen erzählen und bezeugen. Daher wurde ein einheitlicher Ansatz gewählt für einen Bau, der Ausstellungsraum, Museum, Stiftung und Sammlung sein soll und sein Erbe in eine nicht nur internationale, sondern auch historische Dimension erweitert und projiziert. Ein intensiver und stiller Parcours aus Durchblicken und Einblicken in die Räume des Palazzo, während man von Werk zu Werk fortschreitet, der den Besucher gleichzeitig die Hülle und den Inhalt erleben lässt. Das Licht folgt diesem Prinzip. Ein theatralisches und manchmal dramatisches Licht in den Sälen des Erdgeschosses, Punktlichtbündel in der Eingangshalle und waagerechte Lichtlinien in den zur Straße gelegenen niedrigen Räumen (Beleuchtungskörper dca für Punktlicht und bacchetta magica für lineares Licht). Im Obergeschoss wird der Lichtton intensiver und teilt sich in zwei große Formen auf: die erzählerisch-planerische für die Räume, die den Vorstudien des Projekts von Rem Koolhaas, dem Architekten des zukünftigen Sitzes der Fondazione Prada in Mailand, gewidmet sind, und das Ausstellungslicht für die im Hauptgeschoss des Palazzo untergebrachten Werke (Beleuchtungskörper mosaico terra). Eine reichhaltige und interessante Abteilung der Ausstellung ist dem Projekt von OMA/Rem Koolhaas für den Largo Isarco gewidmet, den neuen ständigen Mailänder Sitz der Stiftung, der 2013 eröffnet wird. Ein Vorgeschmack auf die Zukunft, bestehend aus reizvollen Schaumstoffgüssen, die in einen Raum mit Modellen führen, die aus den merkwürdigsten Blickwinkeln zu betrachten sind: von oben, von unten und von innen, indem man den Kopf in eigene Betrachtungsöffnungen steckt. Hier drückt sich die Architektur des OMA am besten aus und passt sich perfekt dem modernen Geschmack für die zeitgenössische Kunst an. In der Cà Corner della Regina strahlt das Licht in vielfachen, aber konsequenten Lösungen, um sich in eine reichhaltige und vielgestaltige Kunstsammlung einzufügen, die im Lauf der Jahre angelegt wurde. Die Eröffnung der ‘Fondazione Prada' ist gekennzeichnet durch eine offene Vielfalt an Präsenzen und Beiträgen, die im wissenschaftlichen Dialog mit Museen wie der Eremitage von Sankt Petersburg, der Stiftung der städtischen Museen von Venedig, dem Mathaf, dem Museum Moderner Arabischer Kunst, und dem Museum für Islamische Kunst in Doha entstanden, sowie durch die kreative Lektüre zeitgenössischer Künstler wie Thomas Demand oder Theoretiker wie Marco Giusti und Nicholas Cullinan. Das Staunen, das damit beim Betrachter hervorgerufen wird, entsteht aus der Perfektion, die der Dialog zwischen Alt und Modern schafft. Das Werk ‘Void Field’ (1989) von Anish Kapoor zum Beispiel bewirkt nicht nur eine klare Wahrnehmung des Raums des Erdgeschosses als fragiles und fragmentarisches Areal, das zu durchschreiten ist, sondern stellt auch Kurzschlüsse zu dem ausgestopften Strauß von Maurizio Cattelan her, der den Kopf im Fußboden versteckt. Das erste Hauptgeschoss bezeichnet den Triumph von Pino Pascali mit der Installation ‘Confluenze’ (1967), die so perfekt scheint, dass man meint, sie stamme aus derselben Epoche wie die Deckenfresken; dies unterstreicht, wie viel Altes und Modernes in gebrochenen Spiegelbildern zu finden ist. Eine linguistische Brücke zwischen Modern und Zeitgenössisch, gemacht aus Geschichte, Gefühl und Licht.

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