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Gaudí Centre in Reus
Ort:reus, spagna
Projekt:joan sibina & arquitectes associats
Beleuchtungsprojekt:joan sibina, mario nanni progettista
Viabizzuno-Händler:solobianca bcn s.l.
Technischer Gebietsverantwortlicher:vbospagna
Reus, die Geburtsstadt von Gaudí, besitzt ein Museum, das ausschließlich seinen Werken gewidmet ist. Es handelt sich nicht um den klassischen statischen, pompösen und steifen Museumsraum, man könnte ihn eher als einen Weg zur Entdeckung des magischen und komplexen Werks eines der unbestrittenen Genies der modernen Architektur nennen. Eine Art, die Architektur Gaudís dem Publikum nahe zu bringen, sie verstehen zu lernen, das kreative Genie und die Ausbildung des Architekten zu entdecken. Ein Mann, ein Visionär, ein Planer und erst danach ein Architekt; Spross einer Familie, die seit Generationen den Beruf des Kesselschmieds ausübt, des Handwerkers, der Kessel und Töpfe herstellt und Kupfer und andere Metalle bearbeitet; Gaudí selbst verweist auf das Erbe der Familienerfahrung. Der Kesselschmied ist ein Mann, der aus einer Fläche ein Volumen macht: Bevor er mit seiner Arbeit beginnt, kann er sich diese schon dreidimensional vorstellen; bevor er das Projekt beginnt, hat er schon seinen Raum gesehen. Weil aber Gaudí von Klein auf von schwächlicher Gesundheit war, konnte er dem Metier der Familie nur zuschauen, es aber nicht ausüben; dieser Umstand führte dazu, dass er ein großes Beobachtungsvermögen und eine tiefe Liebe zur Natur entwickelte. Deshalb ist der Ort, der für die Darstellung seines Werks geplant wurde, kein Aufbewahrungsraum für Plastiken, Fotos und Dokumente, sondern eher ein eingerichteter Raum. Es ist kein Aufbewahrungsraum für Plastiken, Fotos und Dokumente, eher ein eingerichteter Raum. Der Geist, die Sinne, die Gefühle des Besuchers müssen angesprochen werden und das Übergewicht über die zweidimensionale Ansicht der Dinge gewinnen: Die Architektur Gaudís muss in ihrer ganzen Tiefe, in ihren Kontrasten, ihren Gerüchen und Farben, in den Inspirationen aus der Natur verkostet werden. Das Gaudí Centre stellt eine neue Art des Verständnisses von Ausstellungsräumen dar, eine neue Art, das Publikum an die Architektur heranzuführen und in eine Sinneserfahrung einzubeziehen, die Verinnerlichung und Unterhaltung im Raum sein kann. Das Lichtprojekt von Mario Nanni unterstreicht und begleitet diese Empfindungen: Sein Licht wird erzählerisch, gefühlvoll, lebendig, dynamisch, beschreibend. Der Fußboden ist eine große Karte der Stadt, übersät mit kleinen schwimmenden Lichtpunkten; wie Bootsleuchten auf dem Meer navigieren diese blauen LEDs über die Karte und markieren die interessanten Zonen, in denen eine der untersuchten Architekturen steht. Die LEDs sind in kleinen Skulpturen von organischer Form geschützt, die deutlich auf Nachahmung der Natur abzielen, eine Imitation, die nach der klassischen Ästhetik die Grundlage des künstlerischen Schaffens ist. Das rhythmische Oszillieren dieser Leuchtobjekte schafft einen kleinen Himmel über jedem der von Gaudí projektierten Gebäude, hebt es hervor und erzählt über die Beschreibungskarten, die von einem senkrecht von der Einzugsdecke hängenden und im fluktuierenden Leuchtkörper endenden Kabel gehalten werden, einen Teil seiner Geschichte. Auch die Fotos der Gebäude sind beleuchtet, aber in diesem Fall mit einem schmalen Bündel weißen, diskreten und linearen Lichts, das es erlaubt, den Inhalt der Illustrationen zu lesen, ohne weitere Erzählungen hinzuzufügen. Um die reizvolle Plattform des Stadtplans von Reus herum öffnet sich der Raum der eigentlichen Ausstellung. Das traditionelle Konzept des Ausstellungskastens wird durch in die Wand eingelassene bemalte Paneele aufgebrochen. Das Lichtregal von Viabizzuno, das gewöhnlich zur Ausstellung von Leuchtkörpern benutzt wird, wird dieses Mal umgearbeitet und in ein erzählendes Wandbuch verwandelt. Die universelle Sprache mit den unglaublichen Formen, in denen sich das Denken von Gaudí ausprägte, materialisiert sich in dieser Art, mit Bildern und Licht zu erzählen, nicht nur durch berichtende Verwendung der Sprache. Dasselbe geschieht in dem großen Saal mit den Videos: Zeitreisen, um mit allen Empfindungen die Naturstimmungen nachzuerleben, von denen sich Gaudí immer inspirieren ließ. Es handelt sich um einen scheinbar unbegrenzten Saal mit Wänden, die von Lichtbildern durchbrochen und entmaterialisiert sind, einen Saal mit einer Vielzahl von Sitzen, die wie Blumen aus dem Boden aufblühen, Seerosen, die in einem Meer von Licht schwimmen, das unter den Sitzflächen erzeugt wird: Die Szene wird traumhaft, irreal, in perfekter Harmonie mit dem Geist des katalanischen Art Nouveau. Jeder Sitz scheint ein Blütenblatt, an das man sich klammert, um dem Strom der Bilder zu folgen, die uns in die Licht- und Farberzählung Gaudís führen; es beginnt ein rhythmischer Tanz des Lichts, der sich das Licht der Lampe mit variablen Bildern an den Wänden und der eingelassenen LEDs unter den Hockern zunutze macht. Der Rhythmus des Lichts, sein Kommen und Gehen, sein Atem, das sind auch die Grundkonzepte für die Beleuchtung einer Skulptur von Gaudí: Ein ad hoc geplanter Leuchtkörper dreht sich und bewegt sich um die Skulptur genau so wie die Erde um die Sonne. Aus derselben Respektlosigkeit und der Lust, die Dinge von einem diametral gegenüberliegenden Punkt zu sehen, die das Denken von Gaudí auszeichnete und bereicherte, entstand auch dieser Leuchtkörper: Es ist die Sonne, die sich um ihren Planeten dreht, es ist der Planet, der die Regeln bestimmt, wodurch ein mystischer und bildkräftiger Gebrauch vom Licht gemacht wird. Die Planungsidee für das Licht in diesem Raum bezog ihre Kraft aus dem Aushängen der selbstverständlichen und gewohnten Blickpunkte, um die Lektion Gaudís zu lernen: darüber hinaus sehen, aus der Vorstellung schaffen, sich von der Natur inspirieren lassen. Eine wichtige Lektion für alle, die Licht planen und nie das natürliche Licht vergessen dürfen. Eine wichtige Lektion für die Besucher dieses Raums, für alle: hinter die Formen der Dinge zu schauen lernen.

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